26. März: Heinz Flotho bestreitet sein einziges Länderspiel

Heinz Flotho spielt nur zwei Jahre für die Knappen, hat jedoch großen Anteil an der sechsten Deutschen Meisterschaft. Der einmalige Nationalspieler, Sepp Herberger beruft den Torwart am 26. März 1939 zu einem Länderspiel gegen Luxemburg, wird zum Rückhalt der Schalker Mannschaft, die 1942 in Berlin mit 2:0 gegen Vienna Wien gewinnt.

1939: DFB-Debüt und letztes Länderspiel für Heinz Flotho

Der „schwarze Panther“ kommt 1942 vom VfL Osnabrück, weil sich der langjährige Schalker Stammtorhüter Hans Klodt eine Knieverletzung zuzieht. In allen Spielen um die Deutsche Meisterschaft hütet er das Tor der Königsblauen, die damals die stärkste Mannschaft der Nation stellen. Nur in der Vorrunde, beim 9:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern (mit den Walter-Brüdern), muss Flotho hinter sich greifen. In den anderen vier Partien kann er nicht bezwungen werden.

Natürlich steht Heinz Flotho auch im Endspiel im Berliner Olympiastadion zwischen den Pfosten. Vor 90.000 Zuschauern siegt der FC Schalke 04 am 5. Juli mit 2:0 gegen Vienna Wien dank zweier Tore von Ernst Kalwitzki und Fritz Szepan. Damit kommt die Viktoria zum sechsten Mal zum Schalker Markt. Zudem hütet er das Tor der Knappen beim letzten Endspiel der Schalker vor dem Kriegsende. Am 15. November 1942 ist er Mitglied der Elf, die sich dem TSV München 1860 mit 0:2 geschlagen geben muss. Noch bis 1945 ist Flotho beim FC Schalke 04, erst 1946 kehrt er nach Osnabrück zurück.

Flotho stammt aus dem Osnabrücker Arbeiterstadtteil Schinkel. Er ist zunächst Leichtathlet und Handballer beim TV Friesen und kommt vergleichsweise spät zum Fußball, entwickelt aber rasch sein großes Torwarttalent. 1933 schließt er sich dem VfL Osnabrück an und feiert mit der Gartlager Elf Erfolge. Wegen seiner Sprungkraft und seines Mutes taufen ihn Journalisten „Schwarzer Panther“. Sein Können bringt ihn bis in die Nationalmannschaft. Am 26. März 1939 bestreitet er in Differdingen beim 1:2 gegen Luxemburg unter Sepp Herberger ein Länderspiel im A-Team.

1949 lässt sich Flotho nach 43 Oberliga-Partien für den VfL Osnabrück vom STV Horst-Emscher zur Rückkehr in seine zweite Heimat Gelsenkirchen überreden. Er spielt dort bis 1954 in der Oberliga und ist zeitweise der älteste Torwart Deutschlands in der höchsten Klasse. Danach arbeitet er als Trainer und gewinnt mit den „Emscher-Husaren“ 1967 in Herford die Deutsche Amateurmeisterschaft.

Anschließend zieht sich Heinz Flotho vom Fußball zurück. Zusammen mit seiner Ehefrau Ellie betreibt er bis in die siebziger Jahre eine Gaststätte. Der Torwart der Meistermannschaft von 1942 stirbt am 29. Januar 2000 im Alter von 84 Jahren in Gelsenkirchen.

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