Clemens Tönnies: Wahnsinnige Kraft freigesetzt

Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies hat in seiner Rede bei der Mitgliederversammlung die Entwicklung des Vereins gelobt und einen emotionalen Appell an alle Schalker gerichtet.

„Wenn ich im vergangenen Jahr zum Angriff auf das Mittelmaß aufgerufen habe, will ich jetzt dazu aufrufen, nicht nachzulassen und den eingeschlagenen Weg mutig weiterzugehen“, erklärte Tönnies. Die Verantwortlichen des S04 seien bodenständig – aber auch ambitioniert. „Wenn wir aufbrechen – ob nach Liverpool oder Madrid, Paris oder Wien, Bern oder Moskau –, wollen wir den FC Schalke 04 auf internationaler Bühne so erleben wie in der vergangenen Saison: leidenschaftlich, authentisch und so erfolgreich wie möglich.“

An einem Strang gezogen

Das gute Abschneiden in der zurückliegenden Spielzeit sei nur möglich gewesen, weil alle an einem Strang gezogen hätten. Vor allem das 4:4 im Derby werde er nie vergessen. „Wahrscheinlich war dieses Spiel der Punkt, an dem wir ahnten: Das hier ist erst der Anfang. Das hier setzt eine wahnsinnige Kraft frei.“ Dank Domenico Tedesco sei Schalke auf dem richtigen Weg. Als der Trainer von den Ultras auf das Podest in der Nordkurve eingeladen wurde, hätten alle gespürt: „Domenico ist einer von uns. Einer, der Schalke leben will und lebt. Endlich zeigen wir wieder unsere Attribute: Wir malochen auf dem Platz, Kampf und Schweiß bis zur letzten Spielminute. Ja, das ist wieder unser Schalke!“

Für die kommende Spielzeit und die sehnlich erwartete Rückkehr in die Champions League sieht Tönnies den S04 gut vorbereitet, warnte jedoch mit dem Verweis auf das zuletzt schwache Abschneiden deutscher Vereine im internationalen Wettbewerb: „Die Doppelbelastung dürfen wir nicht unterschätzen.“

Der Verein habe sich in den vergangenen Jahren zu einem verlässlichen Partner und einem Spitzenclub entwickelt, stehe aber vor großen Herausforderungen. Schalkes Konkurrenten seien AGs, KGaAs oder von großen Unternehmen subventioniert. „Wir müssen uns auch in einer solchen Welt so aufstellen, dass wir wettbewerbsfähig bleiben“, forderte der Aufsichtsratsvorsitzende. Sportvorstand Christian Heidel habe bewiesen, dass er das mit Augenmaß umsetzen könne.

Unabhängig bleiben

Vor diesem Hintergrund sei auch die Entscheidung für das Bauvorhaben Berger Feld gefallen. „Wir werden hier etwas in Europa Einzigartiges auf die Beine stellen“, erklärte Tönnies. Dieses Projekt werde Schalke als eingetragener Verein stemmen. „Mit Bankenkrediten, aber ohne Investoren. Unsere Unabhängigkeit, unsere Handlungsfreiheit und unsere Identität geben wir nicht auf“, versprach der Aufsichtsratsvorsitzende, der die Leistungen der Knappenschmiede und die Rolle von Norbert Elgert hervorhob – und einen Wunsch äußerte: Endspiele, wie jüngst das der U19 um die Deutsche Meisterschaft, möchte er zukünftig nicht auf fremden Plätzen, sondern auf Schalke sehen: „In unserem Parkstadion.“

Natürlich bleibe der Fußball das Kerngeschäft des Vereins. Im europäischen Kontext wisse jeder, wofür der FC Schalke 04 stehe. Im asiatischen und amerikanischen Raum bedürfe es allerdings manchmal ein wenig Nachhilfe. Umso wichtiger sei die mittlerweile dritte China-Reise in diesem Sommer. „Um Partnerschaften zu vertiefen und Menschen für den S04 zu begeistern.“

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