Kumpel packen nicht nur an, sondern auch ein!

Auf der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 am Sonntag (28.6.) wurde die Kumpelkiste erstmals vorgestellt - nur wenige Tage danach kann Marketing-Vorstand Alexander Jobst bereits ein positives Fazit ziehen: Die größte Spenden-Initiative, die jemals ein Fußballverein in Deutschland entwickelt hat, startete furios und begeistert Fans und Mitglieder.

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes der Knaller gewesen, den wir uns gewünscht haben. Auch, wenn ich wegen des Zündens von Pyro in der Arena jetzt wohl ein Stadionverbot bekomme (lacht). Nein, ernsthaft:  Die Mitglieder sind anscheinend von der Initiative Kumpelkiste genauso begeistert wie wir – noch in den nicht mal drei Stunden bis zum Ende der Mitgliederversammlung sind mehr als 800 Kisten weggegangen. Der Erlös von 3 Euro pro Kiste geht an die Initiative. Wenn diese 800 Kisten nun hoffentlich bald prallgefüllt an den Sammelstellen abgegeben und weiterverteilt werden, hätten wir einen grandiosen ersten Aufschlag hinbekommen.

Herr Jobst, auf der Mitgliederversammlung haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Knall das neue Schalker Leuchtturmprojekt Kumpelkiste enthüllt – wie kam es denn an? Ist der Funke bei den Mitgliedern direkt übergesprungen?

Prallgefüllt ist ein gutes Stichwort: Womit soll sie denn eigentlich gefüllt sein, die Kumpelkiste?

Dazu muss ich kurz ausholen und zunächst erklären, WEN wir mit dieser größten Spenden­initiative, die je ein Fußballverein in Deutschland gestartet hat, eigentlich unterstützen wollen. Menschen in Not gibt es leider viel zu viele: Die Quote der Kinder, die in Armut leben, liegt in NRW bei unglaublichen 21,8%.  Auch die Zahl der Menschen, die im Alter in Armut leben, ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen und beträgt erschreckende 15,6%.  Aber auch Alleinerziehende und Erwerbslose sind mögliche Empfänger, ebenso wie Flüchtlinge, die meistens völlig mittellos nach Deutschland kommen – all denen kann und will die Kumpelkiste helfen.

Denn – und jetzt komme ich zur Frage, was eigentlich in die Kiste rein soll– alles hilft, egal ob Sachspenden, Dienstleistungsspenden oder Geld. Das heißt, von Kleidung oder Spielzeug über Elektroartikel und Möbel bis hin zu Büchern oder Schulbedarf ist alles willkommen. Wichtig ist nur, dass bei allen Spenden der Zustand einwandfrei ist, also Kleidung beispielsweise gewaschen und nicht zerrissen. Für die Sammlungen werden noch Themenschwerpunkte definiert; dazu stellen wir in Kürze noch mehr Informationen bereit.

Sie sprachen von Dienstleistungsspenden, was genau stellen Sie sich darunter vor?

Das können beispielsweise Deutschkurse für Flüchtlinge sein oder Kinder-Sportkurse, die entweder angeboten oder gespendet werden. Auch Geldspenden sind möglich. Sie werden von uns direkt an ausgewählte Einrichtungen oder Projekte, die akut Hilfe benötigen, weitergeleitet. Bei all dem arbeiten wir intensiv mit der Stadt Gelsenkirchen zusammen, die uns nicht nur einen Verteilungsschlüssel und potentielle Institutionen, die Hilfe benötigen, zur Verfügung stellt, sondern uns auch bei der Verteilung der Spenden unterstützt.

Das ist eine Möglichkeit – an der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 wird ab Donnerstag, den 2. Juli,  eine riesige XXL-Kumpelkiste stehen, in der ich meine persönliche Kumpelkiste abgeben kann. Sie müssen aber nicht unbedingt persönlich kommen, sondern können die Kiste auch mit dem Stichwort Kumpelkiste per Post an den Verein schicken. Es ist übrigens auch nicht unbedingt nötig, eine Original-Kumpelkiste zu kaufen, um bei der Initiative mitzumachen. Es kann auch jeder normale Umzugskarton vollgepackt und an uns adressiert werden.

Wie kann ich denn genau spenden? Sie sprachen von Sammelstellen – gebe ich da meine Spende in der Kumpelkiste ab?

Zusätzlich schaffen wir demnächst noch eine dritte Möglichkeit: Neben den Menschen im Ruhrgebiet, insbesondere aus Gelsenkirchen, soll die königsblaue Hilfe auch notleidenden Menschen in ganz Deutschland zu Gute kommen. Im Rahmen unserer Bundesliga-Auswärtsspiele wollen wir deutschlandweit Spenden einsammeln und gleichzeitig Kumpelkisten an Bedürftige und soziale Einrichtungen der jeweiligen Region verteilen, um bundesweite Hilfe zu leisten. Das heißt, die Kumpelkiste wird auf Deutschlandtour gehen. Nähere Angaben zu Standorten und Einsatzzeiten, aber auch noch mal ausführliche Informationen zu allen Aspekten, wer wie helfen kann, gibt es unter kumpelkiste.de.

Kann man sich für Unterstützung aus der Kumpelkiste bewerben?

Ja, soziale Einrichtungen und Institutionen können sich mit einem konkreten Projekt bewerben. Schreiben Sie uns gerne unter dem Stichwort Kumpelkiste oder mailen Sie an kumpelkiste@schalke04.de. Eine Einzelfallhilfe können wir allerdings aus diversen Gründen nicht anbieten.

Wie kam es zur doch recht ungewöhnlichen Idee der Kumpelkiste?

Helfen ist ein wichtiger Bestandteil der Identität unseres Vereins und die Menschen im Ruhrgebiet, besonders alle Schalker, haben schon immer an- und zugepackt. Da dachten wir uns, jetzt packen wir auch noch EIN. Uns ist klar, dass der Erfolg dieser einzigartigen Initiative vom Mitwirken der großen blau-weißen Vereinsfamilie abhängt. Je mehr Sach-, Geld- und/oder Dienstleistungsspenden wir gemeinsam sammeln, desto mehr bedürftigen Menschen kann geholfen werden. Auf diese Art zeigt der FC Schalke 04 einmal mehr, was ihn so besonders und einzigartig im deutschen Fußball macht. Soziale Verantwortung ist uns zu wichtig, um nur darüber zu reden – mit unserer Stiftung Schalke hilft! sorgen wir schon seit langem dafür, diejenigen zu unterstützen, die Hilfe benötigen.

Mit unserer Glaubwürdigkeit stehen wir vertrauensvoll dafür, dass die Spenden auch dort ankommen, wo sie am dringlichsten benötigt werden. Wir freuen uns sehr über das Engagement unserer Mitarbeiter, die sich außerhalb ihrer Arbeitszeit für die Initiative engagieren. Insbesondere bei der Vorbereitung zur Verteilung der Spenden bauen wir dabei auf ihre Hilfe, aber auch auf die ehrenamtliche Unterstützung aus der großen Schalker Familie. Somit schaffen wir als Verein eine unvergleichbare Plattform für die Integration. Daher meine herzliche Bitte an alle Mitglieder, Fans, Mitarbeiter, Sponsoren und Freunde: Seid dabei, helft mit und lasst uns gemeinsam Spendengeschichte schreiben!

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