Schalke Museum: Ernst Alexanders Heimkehr

Er ist nicht vergessen, und Schalke 04 vergisst nicht, was Ernst Alexander erleiden musste. Im Schalke Museum erinnert nun eine Tafel an prominenter Stelle an den in Auschwitz ermordeten jüdischen Fußballer.

Bereits beim Heimspiel gegen den SV Werder Bremen hatte der FC Schalke 04 Schülerinnen und Schüler des Grillo-Gymnasiums Gelsenkirchen die Ernst Alexander Auszeichnung verliehen, weil sie durch ihre Recherchen maßgeblich den Lebens- und Leidenswegs von Alexander aufgearbeitet hatten. Ihre Erkenntnisse flossen in die Erinnerungstafel – ein Gemeinschaftsprojekt des Gymnasiums mit dem Institut für Stadtgeschichte, der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen und dem FC Schalke 04.

Neben der Ahnengalerie der Meisterspieler und im Eingangsbereich zum so genannten Spielertunnel, in dem die Vereinsgeschichte filmisch aufbereitet ist, sticht die Tafel dem Besucher sofort in Blick. Für Museumsleiter Sebastian Pantförder kam kein anderer Ort in Frage: „Die Tafel erinnert ja nicht nur an Ernst Alexander. Sie mahnt zugleich, dass so etwas, was ihm und Millionen anderen Menschen widerfahren ist, nie wieder geschehen darf.“

Zur feierlichen Einweihung der Tafel kamen nicht nur die Auszeichnungsträger. Auch zahlreiche Mitglieder der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, die aufgrund des Sabbats nicht zum Bremen-Spiel ins Stadion kommen konnten, ließen es sich nicht nehmen, der Feierstunde beizuwohnen – unter ihnen Rabbiner Chaim Kornblum und viele Jugendliche. Die Museumstafel zeigt von ihrem ehemaligen Gemeindemitglied Ernst Alexander erstmals auch ein Foto, das das Schalker Vereinsarchiv erst im Frühjahr im niederländischen Nationalarchiv gefunden hat. Vereinsarchivarin Dr. Christine Walther: „Den Moment, als ich die E-Mail mit dem Foto geöffnet habe, werde ich nicht vergessen. Ernst Alexander, den die Nazis auszulöschen versuchten, hat buchstäblich ein Gesicht bekommen. Uns war wichtig, dass sein Foto ebenfalls im Museum hängt. So machen wir es schließlich mit allen Fußballern: Wir zeigen ihre Fotos, zum Beispiel auf der Homepage oder im Schalker Kreisel. Alle Schalker sollen sehen: Das war unser Spieler Ernst Alexander.“

Die Vorsitzende der Gemeinde, Judith Neuwald-Tasbach, dankte dem Grillo-Gymnasium und dem FC Schalke 04 für das Engagement für Toleranz, Vielfalt und Integration: „Diskriminierung richtet sich nämlich nicht nur gegen eine kleine Gruppe wie die jüdische Gemeinde. Diskriminierung richtet sich gegen die ganze Gesellschaft.“

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

20181211_Schalkehilft!

First Togetherness: Schalke hilft! unterstützt Initiative gegen Gewalt

Zum Champions League-Heimspiel des FC Schalke 04 gegen Lok Moskau (11.12.) empfing Schalke hilft! Christoph Rickels und seine Initiative „First Togetherness“. Der 31-Jährige wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Doch anstatt sich in seine Opferrolle zurückzuziehen, kämpfte er sich ins Leben zurück und setzt sich nun für Toleranz und gegen Gewalt ein.

klinikbesuche_08

S04-Profis überraschen kranke Kinder und Jugendliche

Eine schöne Tradition in der Vorweihnachtszeit wurde auch in diesem Jahr gepflegt. Im Namen der vereinseigenen Stiftung Schalke hilft! besuchte die Mannschaft des FC Schalke 04 am Mittwoch (5.12.) die Kinderkrebsstation des Universitätsklinikums Essen sowie die Kinder- und Jugendklinik in Gelsenkirchen-Buer.

181130_schule_porto

S04-Delegation besucht Deutsche Schule zu Porto

Einen ganz besonderen Besuch erlebten 300 Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule zu Porto am Mittwoch (28.11.) – eine sechsköpfige Delegation des FC Schalke 04 hatte sich im Vorfeld des Auswärtsspiels beim FC Porto auf den Weg in den Stadtteil Boavista gemacht.

Instruktor Kai Cropped

FCSA: FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen gemeinsam in Indien

Vier Jahre nach dem Abschluss der Young Coach-Ausbildung in Mumbai kehrte die Football Club Social Alliance in der Woche vom 19. bis zum 24. November mit Instruktoren des FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen nach Indien zurück. In einem viertägigen Follow-up frischten sie das Trainerwissen der Young Coaches auf, die damals die Kinderfußballtrainer-Ausbildung mit der FCSA abgeschlossen hatten. Gleichzeitig erfuhren die Instruktoren, was aus den Absolventen und ihrer Arbeit mit Kindern in den Armenvierteln geworden ist.