Borussia Dortmund: Glücksgriffe

Nach einer turbulenten Saison haben Borussia Dortmunds Verantwortliche im Sommer einen Umbruch eingeleitet. Die Neubesetzung des Trainerpostens mit Lucien Favre entpuppte sich genauso als Glücksgriff wie die Transfers sogenannter Mentalitätsspieler.

20 Millionen Euro für Abdou Diallo, 20 Millionen für Axel Witsel, 20 Millionen für Thomas Delaney: Die Ausgaben sorgten vor Saisonstart bei vielen Fans für große Augen. Als die Dortmunder dann auf den letzten Drücker für das Sturmzentrum weder Olivier Giroud noch Mario Mandzukic, sondern Barcelona-Bankdrücker Paco Alcacer verpflichteten, äußerten auch Medienvertreter vermehrt Zweifel. „Er wäre der letzte Stürmer, dem ich die Rolle der zentralen Spitze zugeordnet hätte“, kritisierte beispielsweise Jonas Hummels, TV-Experte und Bruder von Bayern-Profi Mats. Vier Monate und zehn Alcacer-Treffer in der Bundesliga später ist die Skepsis dahin.

Reus in der Form seines Lebens

Die Schwarz-Gelben sind Tabellenführer und zeigten Branchenprimus Bayern München beim 3:2-Sieg vor wenigen Wochen die Grenzen auf. In der Champions League stehen sie im Achtelfinale. Marco Reus ist seit der Beförderung zum Kapitän in der Form seines Lebens, um ihn herum wirbeln Jadon Sancho, Alcacer und Stuttgart-Rückkehrer Jacob Bruun Larsen. Die personelle wie taktische Neuausrichtung der Doppelsechs tilgte die defensive Anfälligkeit der Vergangenheit.

Symbolisch für den Aufschwung: Das Glück ist zurück. Im DFB-Pokal zitterte der BVB sich gegen die SpVgg Greuther Fürth und den 1. FC Union Berlin in die nächste Runde, benötigte dafür jeweils die Verlängerung und Last-Minute-Tore. In der Bundesliga fielen die Siegtreffer gegen den 1. FSV Mainz 05 und den FC Augsburg ebenfalls erst in der Schlussphase. Auch das vielleicht Glück. Andere behaupten: eine Frage der Mentalität.

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