S04 engagiert sich im Libanon

Ende November reisten Instruktoren von FC Schalke 04 gemeinsam mit anderen Vereinen der Football Club Social Alliance in den Libanon. Dort haben sie damit begonnen, 30 junge Frauen und Männer zu Kinderfußballtrainern, zu sogenannten Young Coaches, auszubilden. Diese sollen über den Fußball Begegnungsmöglichkeiten für geflüchtete und libanesische Kinder bieten und deren Entwicklung und das friedliche Zusammenleben durch Spaß und Lernspiele fördern.

Seit diesem Jahr ist der FC Schalke 04 Mitglied der Football Club Social Alliance (FCSA), einem Verbund von europäischen Fußballclubs, die sich in ehemaligen Krisenländern und Entwicklungsregionen sozial engagieren. Dazu sind Martin Max und Kai Brock Ende November nun als Trainer für den FC Schalke 04 nach Beirut gereist.

Der Libanon hat zahlreiche Geflüchtete aus Palästina, aus dem Irak und seit Ausbruch des Bürgerkrieges weit über eine Million Menschen aus Syrien aufgenommen. Kein anderes Land hat in Relation zu seiner Bevölkerung (4,5 Millionen) mehr Flüchtlinge. Das stellt das kleine Land vor eine große Aufgabe.

Die FCSA und Schalke 04 haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, sozial engagierte Libanesen und Flüchtlinge auszubilden und ihnen beizubringen, Kindern über Fußballaktivitäten grundlegende Werte für ein friedliches Miteinander zu vermitteln. Nach einem erfolgreichen Projektstart im September fand Ende November das zweite Modul dieser Kinderfußballtrainer-Ausbildung statt. Sie wurde gemeinsam von Instruktoren des FC Schalke, Werder Bremen, Bayer 04 Leverkusen und des FC Basel geleitet.

Schalke-Instruktor und Eurofighter Martin Max hatte Spaß, die 30 jungen Frauen und Männer zusammen mit seinen FCSA-Trainerkollegen zu unterrichten: „Aus der Ferne ist es leicht zu sagen, man macht Entwicklungshilfe. Aber wenn man selber vor Ort war und die Menschen dahinter kennenlernt, die sogenannten Young Coaches, die Verhältnisse hier in Beirut und die Kinder sieht, dann bekommt man ein ganz anderes Bewusstsein, wofür man es eigentlich tut. Die Arbeit mit den Young Coaches und mit den Trainern aus den anderen Proficlubs hat so viel Spaß gemacht. Ich finde es eine fantastische Idee, sich zusammenzuschließen und etwas für diese Menschen zu tun. Ich denke wir sind dazu verpflichtet, etwas zurückzugeben. Denn im Vergleich zu den Verhältnissen hier geht es uns doch sehr, sehr gut. Insofern ist es für mich persönlich natürlich auch eine schöne Erfahrung und ein schönes Gefühl einfach das Richtige zu tun.“

Auch für Kai Brock war der Einsatz im Libanon eine wertvolle Erfahrung: „Mit diesem Projekt trägt Schalke 04 nicht nur Verantwortung für benachteiligte Kinder und Jugendliche im Raum Gelsenkirchen, sondern bietet vielen Menschen in schwierigen Situationen im Ausland neue Perspektiven. Wir nutzen den Fußball, die Leidenschaft und Freude, um junge Menschen zu unterstützen. Und die Rückmeldungen sind durchwegs positiv. Die Young Coaches saugen unseren Unterricht auf wie ein trockener Schwamm und sind wissbegierig. Sie können in ihrem Land und für die Kinder hier bestimmt viel Positives bewirken.“

Die 30 Young Coaches sind begeistert von der Ausbildung und ihren neuen Fähigkeiten. „Vor der Ausbildung hatte ich eine vage Vorstellung davon, wie man Trainings gibt“, erklärte Young Coach Quaitba, ein irakischer Flüchtling. „Jetzt habe ich gelernt, wie die Kinder gleichzeitig lernen und Spaß haben können. Ich kann nun Übungen an jede Situation, an jedes Alter oder Niveau anpassen. Ich fühle mich viel wohler und die Kinder haben Spaß.“ Young Coach Minas, eine Geflüchtete aus Syrien, fügte an: „Anfangs haben viele Kinder mein Training mittendrin verlassen. Die Jungs wollten erst gar nicht mitmachen. Dann habe ich von den Instruktoren gelernt, meine Übungen besser dem Niveau der Kinder anzupassen und sie zu begeistern. Die Kinder sind nun konzentriert und selbst die Jungs freuen sich bereits auf die nächste Stunde.“

Das Ausbildungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit der Scort Foundation, dem Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR), der AFC Dream Asia Foundation der asiatischen Fußballkonföderation und des libanesischen Fußballverbandes durchgeführt. Es ist Schalkes erstes Projekt mit der FCSA, welches die schwierige Situation von Flüchtlingen weltweit direkt angeht und jungen Menschen durch die Ausbildung neue Perspektiven aufzeigt.

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