S04 verleiht erstmals Ernst Alexander Auszeichnung

Mit der nach dem jüdischen Schalker benannten Ernst Alexander Auszeichnung hat der S04 am Samstag (3.2.) Schülerinnen und Schüler des Gelsenkirchener Grillo-Gymnasiums geehrt. Sie hatten durch ihre Recherchen im ehemaligen Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden geholfen, den Lebens- und Leidensweg des in Auschwitz ermordeten Fußballers nachzuzeichnen.

Bei der Verleihung auf dem Rasen der VELTINS-Arena, wenige Minuten vor Anpfiff des Bundesligaspiels gegen den SV Werder Bremen, überreichte Vorstandsmitglied Peter Peters der Schulleiterin des Grillo-Gymnasiums, Christhilde Schwindt, die Auszeichnung sowie einen Scheck über 1904 Euro. Sein Dank galt den Schülerinnen und Schülern für deren Engagement gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Rassismus: „Heute kehrt Ernst Alexander dank euch in unsere Mitte zurück. Ihr helft, das Andenken an ihn aufrechtzuerhalten.“

Die Projektgruppe des Grillo-Gymnasiums hat für ihre Forschungsarbeit unter anderem das Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden besucht. Ernst Alexander war, wahrscheinlich unter dem Eindruck der Reichspogromnacht, ins Nachbarland geflohen, um Schutz vor dem Terror der Nationalsozialisten zu finden.

Der Schalker erlebte eine Odyssee von Flüchtlingslager zu Flüchtlingslager. Am 19. Dezember 1938 landete er in Hoek van Holland, ab dem 7. April 1939 wurde er in Reuver untergebracht, ehe er am 29. August erneut in Hoek van Holland lebte. Als die Niederlande alle geflüchteten Menschen in einem zentralen Lager in Westerbork sammelte, gehörte Ernst Alexander am 23. November 1939 zu den ersten Bewohnern. Dennoch scheint der junge Mann seiner Leidenschaft nachgehen zu können: dem Fußball. Ein Zeitungsartikel des „Nieuwsblad van het Norden“ vom 27. November 1939 berichtet von Alexanders Vereinswechsel in den Niederlanden: „Unseren Informationen nach hat der bekannte Schalke-Spieler Ernst Alexander – der zuletzt für Xerxes aufgelaufen war – einen Transferantrag zu A.C. und E.V. Achilles gestellt.“

Nachdem das Deutsche Reich 1940 das Nachbarland besetzt hatte, funktionierten die Besatzer Westerbork umgehend um. Aus dem Lager für Geflüchtete, die Schutz gefunden haben, wurde nun ein Durchgangslager und damit eine Station auf dem Weg in die Vernichtung. Im Juli deportierten ihn die Nazis nach Auschwitz, wo er am 28. August 1942 ermordet wurde.

Die Ergebnisse der Arbeit werden auf einer Gedenktafel festgehalten, die das Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen in Kooperation mit Schalke hilft! erstellt. Die Tafel wird zukünftig im Schalke Museum aushängen.

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