Martin Fraisl: Die Akkus sind aufgeladen

Nach dem Schlusspfiff des letzten Spiels vor der kurzen Winterpause verriet Martin Fraisl ein süßes Geheimnis: Schalkes Schlussmann wird im Jahr 2022 zum zweiten Mal Vater. Vor der Geburt im Sommer möchte der Österreicher maximal erfolgreich mit den Knappen sein. Im Interview mit schalke04.de spricht er über die Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil, die bisherige Punkteausbeute, den Start gegen Holstein Kiel und seinen Landsmann Benedikt Pichler, der aktuell bester Torschütze der Störche ist.

Martin Fraisl

Martin, eigentlich hättet ihr euch im türkischen Belek auf den zweiten Saisonteil vorbereiten wollen. War der Koffer fürs Trainingslager schon gepackt?
Tatsächlich noch nicht, weil ich aufgrund der aktuellen Corona-Situation ein Stück weit damit gerechnet habe, dass wir hierbleiben.

Stattdessen trainiert ihr in Gelsenkirchen. Was ist der Unterschied?
Ein Vorteil ist definitiv, dass das Infektionsrisiko geringer ist. Hier sind wir unter uns, nicht in der Fremde und am Flughafen – Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen. Wir wollen beim Start in den zweiten Saisonteil in vollständiger Kaderstärke antreten und nicht einen oder gleich mehrere Spieler aufgrund einer Corona-Infektion und der damit verbundenen Isolation vermissen müssen. Bislang hat es uns nach dem Jahreswechsel zum Glück nicht getroffen. In Belek hätten wir sicherlich etwas besseres Wetter gehabt, und auch als Gruppe hätten wir noch mehr Zeit miteinander verbracht. Aber das Chance-Risiko-Verhältnis hat definitiv dafür gesprochen, nicht in die Türkei zu reisen.

Ihr habt den ersten Saisonteil auf Rang vier abgeschlossen. Wie bewertest du euer bisheriges Abschneiden?
In die Analyse des ersten Halbjahres muss man auf jeden Fall miteinbeziehen, dass im vergangenen Sommer ein riesengroßer Umbruch stattgefunden hat. Dass wir als Gruppe eine gewisse Zeit auf dem Platz benötigt haben, um uns zu finden, war daher absehbar und dürfte niemanden überraschen. Gewisse Abläufe spielen sich einfach nicht in zwei oder drei Wochen ein. Das benötigt Zeit. Vor dem Hintergrund finde ich, dass wir eine gute Entwicklung genommen haben. Zu Beginn der Saison standen wir einige Zeit auf Rang neun, zehn, elf. Danach haben wir uns Stück für Stück nach oben gearbeitet. Daran gilt es anzuknüpfen.

Wir haben eine gute Entwicklung genommen. Daran gilt es anzuknüpfen.

Martin Fraisl

Zum Abschluss des erstes Saisonteils habt ihr in Hamburg noch einmal alles rausgehauen und ein mehr als verdientes 1:1 mitgenommen. Nach dem Spiel war euch die Erschöpfung nach dem Fight regelrecht anzusehen. Wie hast du in der kurzen Winterpause die Akkus wieder aufladen können?
Ich habe die Feiertage im kleinsten Familienkreis in den Bergen in meiner österreichischen Heimat verbracht. Dort habe ich in den ersten Tagen wirklich einmal komplett abgeschaltet. Nach Weihnachten drehte sich dann aber bereits wieder vieles um den Fußball, da ich mein individuelles Trainingsprogramm abgespult habe. Jeder von uns hat einen Plan für die kurze Weihnachtspause mitbekommen. Ich hätte aber auch sonst etwas an der frischen Luft gemacht und nicht bloß die Füße hochgelegt, da man als Sportler den Drang nach Bewegung einfach in sich trägt. Die Akkus sind auf jeden Fall aufgeladen.

Nach dem Spiel in Hamburg hast du bei einem TV-Interview ein süßes Geheimnis verraten: Du wirst in diesem Jahr zum zweiten Mal Vater. Wann ist es so weit?
In der Sommerpause (lacht). Meine Partnerin und ich freuen uns riesig auf unser zweites Kind.

Zum Start in den zweiten Saisonteil empfangt ihr Holstein Kiel in der VELTINS-Arena. Die Störche haben im letzten Spiel vor der Winterpause 3:0 gegen den FC St. Pauli gewonnen. Hat dich das Ergebnis überrascht?
Nicht unbedingt. Denn ich habe schon vor der Saison gesagt, dass die Kieler einen top Kader haben und für mich zu den Kandidaten für die vorderen Tabellenplätze zählen. Unser Gegner ist schwer in die Gänge gekommen, hatte keinen guten Saisonstart, auch einen Trainerwechsel gab es bereits. In den vergangenen Monaten haben die Kieler aber gezeigt, welche Qualitäten in ihnen stecken.

Kiels bester Torschütze in dieser Saison ist ein Landsmann von dir: Benedikt Pichler. Gab es in deiner Karriere schon einmal Berührungspunkte mit ihm?
Gegeneinander gespielt haben wir noch nie. Aber ich kenne Benedikt ein bisschen, weil wir einen gemeinsamen Freund haben. In der Vergangenheit haben wir uns einige Male über das Thema Ernährung ausgetauscht, weil ich in dem Bereich ganz gut aufgestellt bin und mich auskenne. Dass Benedikt zu den Leistungsträgern in Kiel zählt, überrascht mich nicht.

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